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Bundeswehr wirbt vehement bei Schülern um Nachwuchs

"Karriere-Truck" & "Eventmodule"

Um ihren Personalbedarf zu decken, drängt die Bundeswehr massiv in die Öffentlichkeit. Über 700 Auftritte von Personalwerbern auf Marktplätzen, an Messen und in Schulen sind für dieses Jahr geplant. Vor allem die Bemühungen um Schüler an Gymnasien und Berufsschulen werden verstärkt. So sollen 2149 Schulen auf das militärische "Informationsangebot" aufmerksam gemacht werden. Im Vorjahr waren es 1257. Die Anschreiben an höhere Schulen sollen gar um das Drei- bis Siebenfache steigen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Links-Fraktion hervor.

Nach Auffassung der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, zeigen die Zahlen, "dass die Bundeswehr zunehmend Schwierigkeiten hat, die dringend benötigten Höherqualifizierten zu rekrutieren". Dabei schrecke die Truppe nicht vor "faulen Tricks" zurück. Ihr so genannter "Karriere-Truck", der in diesem Jahr in 40 Städten Station machen solle, werde weiterhin mit absolut militärfremdem Beiwerk aufgepeppt, so Jelpke.

Für "Eventmodule" und Musikgruppen stünden in diesem Jahr 400.000 Euro mehr bereit als im Vorjahr. Für die Darstellung der Gefahr in den auswärtigen Kriegsgebieten oder gar der Opfer der Nato-Kriege sei hingegen kein Raum vorgesehen.

"Die Reklamemaßnahmen, mit denen technik- und musikbegeisterte Jugendliche geködert werden sollen, werden ergänzt durch Militäraufmärsche", kritisiert Jelpke. So seien auch in diesem Jahr mindestens 126 öffentliche Rekrutengelöbnisse vorgesehen, abgesehen von 1500 Auftritten von Militärmusikkorps.

Die Bundeswehr dient nach Auffassung der Links-Abgeordnete "schon lange nicht mehr ihrem Verfassungsauftrag der Landesverteidigung. Sie fungiert als weltweite Angriffsarmee." Wenn sie derart in die Öffentlichkeit dränge, müsse sie allerdings auch mit öffentlichen Protesten rechnen, so Jelpke.

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