öko

Prenzlauer Berg - Ein Kommentar

Teuer, öko, retro, bunt

Spricht man mit jungen Menschen im Ausland und erwähnt, man komme aus Berlin, dann reagieren sie meist begeistert. Sie schwärmen von "diese coole Friedrichs'ain" und "beautiful Prenzlauer Berg". Die Stadt ist europaweit bekannt für ihre Szenebezirke. Doch für den Berliner selbst wird es schwerer, die Frage nach den interessantesten Orten der Stadt zu beantworten. Denn die eigentlich als Aufwertung bezeichnete Wandlung hat die zentrumsnahen Stadtteile Berlins zwar optisch aufgewertet. Doch sie wurden damit auch ihrer bisherigen Spannung beraubt.

"Schlechter gestellt"

Naturland fordert bessere Rahmenbedingungen für Öko-Landwirte

Die Delegiertenversammlung des Ökolandwirtschaftsverbandes Naturland forderte am Donnerstag von den Verantwortlichen in Bund und Ländern, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Bauern in Deutschland weiter von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft umstellen. Bio überzeuge zwar an der Ladentheke, die politischen Rahmenbedingungen überzeugten die deutschen Landwirte aber nicht. "Förderstopps, bürokratische Hürden und Kürzungen in den Agrarumweltprogrammen verunsichern die Bauern und wirken hemmend auf umstellungswillige Bauern", meint Hans Hohenester von Naturland.

Loskes Ausstieg

"Als Ökologe fühlt man sich bei den Grünen mittlerweile ziemlich einsam"

Wegen unterschiedlicher Auffassungen in der grünen Bundestagsfraktion zum Umgang mit der Atomindustrie ist der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Reinhard Loske, am Dienstag Abend von seinem Amt zurückgetreten. In der Fraktionssitzung am Dienstag hatten die grünen Parlamentarier mehrheitlich dafür votiert, die Suche nach dem Verbleib des radioaktiven Abfalls der Atomwirtschaft in die Hand zu geben. Dies hatte der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgeschlagen. Loske kritisierte das Konzept, weil sich die Atomindustrie bereits auf die Standorte Gorleben und Schacht Konrad festgelegt hätte. Loske und der Fraktionsarbeitskreis Umwelt hätten für eine von der öffentlichen Hand getragene Endlagersuche ohne Vorfestlegung auf bestimmte Standorte plädiert. Dieses Verfahren sei vom zuständigen Fraktionsarbeitskreis einstimmig verabschiedet worden und basiere auf "langen Konsultationen mit der Wissenschaft, der Fachwelt, dem befreundeten Umfeld und einer renommierten Anwaltskanzlei", die das Konzept rechtlich abgesichert habe. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast sieht hingegen "keinen Dissens in der Sache", sondern "lediglich" einen Dissens "bezüglich einer Verfahrensfrage".

Umzug ins "Sonnenschiff"

Ökoinstitut Freiburg arbeitet künftig in Ökobüros

Das Ökoinstitut Freiburg, eines der führenden Umweltforschungsinistitute, wird am 14./15. Juli in neue Räumlichkeiten umziehen: das "Sonnenschiff". Damit verwirklichen die 45 Mitarbeiter in Freiburg ihre Vision von einem ökologischen Büro. "Wir leben die Energiewende", sagt dessen stellvertretender Geschäftsführer Rainer Grießhammer.

Ressourcenverbrauch

Europa lebt ökologisch weit über seine Grenzen

Die "Ökobilanz" der EU liegt längst im roten Bereich. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report der Umweltschutzorganisation WWF, der den Ressourcenverbrauch der 25 europäischen Mitgliedsstaaten unter die Lupe nimmt. Bei Flächenverbrauch, Kohlendioxidausstoß und Konsum lebten die Europäer weit über ihre Verhältnisse. Insgesamt verbrauche die EU 2,2 Mal soviel natürliche Ressourcen wie ihnen aufgrund ihrer biologischen Kapazität eigentlich zustünde. "Europa lebt, als gäbe es die Erde zweimal - zu Lasten zukünftiger Generationen", kommentierte Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland.

Stichprobe

"Öko-Test" berichtet über Antibiotika im Schweinefleisch

Deutsches Schweinefleisch ist offenbar häufig mit Antibiotika belastet. Bei einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Stichprobe des Magazins "Öko-Test" enthielten fast ein Drittel der 17 untersuchten frischen Schnitzel Rückstände von Antibiotika. Dies zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass nach wie vor zu viele dieser hochwirksamen Medikamente in der Tiermast eingesetzt werden. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) forderte, den Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft deutlich zu senken. Der Bauernverband warnte vor Panikmache.

Pestizid-Monitoring

Qualitätsvorsprung für Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau bewiesen

Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau hält, was es verspricht: Bei 92,1 Prozent aller Proben lassen sich keinerlei Pestizide oder lediglich Spuren im Bereich der Nachweisgrenze feststellen. Diese hervorragende Bilanz kurz vor Abschluss des bundesweiten Projekts "Monitoring-System für Obst und Gemüse im Naturkostfachhandel" präsentierte am Donnerstag der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. in Hamburg.

Heiner Geißler

"Die globalisierte Ökonomie ist eine Welt der Anarchie - ohne Regeln"

"Das Kapital hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die Arbeiter, die sich stückweise verkaufen müssen, sind eine Ware wie jeder andere Handelsartikel und daher gleichmäßig allen Wechselfällen der Konkurrenz, allen Schwankungen des Marktes ausgesetzt." Mit diesem Zitat aus dem "Manifest der Kommunistischen Partei" von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahr 1848 beginnt ein Beitrag des CDU-Politikers Heiner Geißler in der wirtschaftsliberalen und SPD-nahen Wochenzeitung "Die Zeit" vom 11. November. Der ehemalige Bundesminister vergleicht die Situation der Menschen in der heutigen globalen Wirtschaft in seinem wütenden Beitrag mit der Situation auf den Sklavenschiffen des 18. Jahrhunderts. Den Menschen zeige sich die "hässliche Fratze eines unsittlichen und auch ökonomisch falschen Kapitalismus", da Börsenwerte und Managergehälter stiegen, wenn Zehntausende von Menschen in den Unternehmen wegrationalisiert und anschließend mit Hilfe der Politik auf die unterste Sprosse der sozialen Stufenleiter befördert werden würden.

Ökologische Versorgung

Alle Tollwood Festival Gastronomen erhalten Bio-Zertifikat

Das Tollwood Festival in München lockt in den kommenden vier Festivalwochen mit Fleisch, heimischem Gemüse und Obst, Milch, Getreide sowie Brot aus ausschließlich ökologischer Erzeugung: jeder der 50 gastronomischen Aussteller biete Gerichte mit Bio-Zertifikat an. Damit sei das Festival das erste in Deutschland, das für seine insgesamt 50 Gastonomen eine Gesamtzertifizierung vorweisen könne. In einer feierlichen Stunde überreichten Wolfgang Reimer, stellvertretend für Verbraucherschutzministerin Renate Künast, Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der bayerischen Grünen sowie Jochen Neuendorff von der Kontrollstelle GfRS am 17. Juni, zum Auftakt des Events, das Bio-Zertifikat an Norbert Kessler, dem Gastronomieleiter des Tollwood Festivals.

"Grünes Forum"

Neue Ökologische Diskussionsplattform

Seit kurzem existiert das "Grüne Forum", eine ökologische Diskussionsplattform. Sein wichtgstes Atribut ist die Partei- und Verbandsunabhängigkeit. Jeder kann dort über Aktionen und Kampagnen berichten, aber auch Fragen in den Raum stellen und Meinungen austauschen. Die Idee dabei ist, dass die ökologische Bewegung so vielschichtig und unterschiedlich ist, dass es für jede Frage "Experten" gibt, die gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ob nun interessierte Einsteiger Fragen zur Atomenergie haben oder Profis die Argumente für und gegen Gentechnik abwägen, jeder soll hier einen Gesprächspartner finden.

Glückliche Hühner

Ökoeier frei von Antibiotika

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgerufen, zum Weihnachtsfest nur Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung zu kaufen. So könne dem Bestreben mehrerer Bundesländer, den Tierschutz bei der Haltung von Legehennen zu missachten, wirksam begegnet werden. Vor einer Woche hatte der Bundesrat eine Verlängerung der Nutzung konventioneller Käfige auf unbestimmte Zeit beschlossen und so die Legehennenverordnung von Agrarministerin Künast unterlaufen, die ein Verbot der Käfige bis Ende 2006 vorsieht. Ein großer Vorteil von Ökoeiern sei, das in ihnen keine Antibiotika wie das in den letzten Tagen in Käfigeiern aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen aufgetauchte Lasalocid enthalten sein könnten. Das Tierarzneimittel aus der industriellen Hähnchenmast war über das Futter für Legehennen in die Eier gelangt.

Bauen/Ökologie

Baupreis 2004 für nachhaltiges Bauen und Renovieren ausgeschrieben

Der Naturschutzbund NABU schreibt zum zweiten Mal einen Baupreis für nachhaltiges Bauen und Renovieren aus. Bauherren, Architekten, Planer sowie kommunale Bauträger und Wohnungsgesellschaften sind aufgerufen, sich mit ihren Projekten für den NABU-Baupreis 2004 zu bewerben. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen Alternativen zum Neubau. Mit Unterstützung der Aachener Stiftung Kathy Beys und des Umweltbundesamtes konnte bei der zweiten Ausschreibung das Preisgeld für den Sieger auf 4.000 Euro verdoppelt werden.

13 von 15 "mangelhaft"

Nur Öko-Ananassäfte sind "gut"

Säfte schmecken oft nicht so wie ihr Name eigentlich verspricht. Das fanden die Tester der Stiftung Warentest bei einer Untersuchung von 15 Ananassäften heraus. 13 Produkte bekamen das Qualitätsurteil "mangelhaft", nur zwei Bio-Direktsäfte waren "gut", wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte.

Straßenausbau

Weite Teile des Bundesverkehrswegeplans "ökologisch unsinnig"

Entscheidende Nachbesserungen am Bundesverkehrswegeplan hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verlangt. Es sei nicht akzeptabel, dass der Straßenbau mit jährlich 5,2 Milliarden Euro ein neues Rekordniveau erreichen solle, während für Schienenwege und eine bessere Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel das Geld zu sparen fehle. Die negativen Folgen für die Umwelt durch den Straßenbau und leere Haushaltskassen, müssten für Länderregierungen und Bundesverkehrsministerium Ansporn sein, die Vorschlagslisten für Straßenprojekte massiv zu kürzen. Von den bis 2015 geplanten rund 800 neuen Straßenbauprojekten mit einem Investitionsvolumen von 20 Milliarden Euro seien viele ökologisch und verkehrspolitisch völlig unsinnig.

Fördermittel nach ökologischen Kriterien

Agrarwende soll den Osterhasen retten

Das Osterfest hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Anlass genommen, Bundesagrarministerin Renate Künast aufzufordern, die Reformen im Agrarbereich "zügig fortzusetzen". Agrarfördermittel etwa sollten künftig nur noch nach ökologischen Kriterien vergeben werden. Neben den Verbraucherinnen und Verbrauchern würden davon auch Feldhasen, Feldhamster und Feldmäuse profitieren. Die Nebenwirkungen der industriellen Landwirtschaft seien ursächlich für das Aussterben vieler seltener Tierarten. Ausgeräumte Landschaften, die Verwendung von Agrarchemikalien und der Einsatz landwirtschaftlicher Großmaschinen bedrohten den Bestand dieser Tiere. Beispielsweise sei der Bestand des Osterhasen (eigentlich Feldhasen) in den zurück liegenden Jahrzehnten in Deutschland auf ein Sechstel gesunken.

Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline

BP ignoriert beim Pipelinebau ethnische, politische und ökologische Konflikte

Das europäische Netzwerk CEE Bankwatch hat auf gravierende soziale und ökologische Auswirkungen der geplanten Route für die Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) hingewiesen, die das Kaspische Meer mit dem Mittelmeer verbinden soll. Die BTC-Pipeline wird von einem Konsortium unter der Führung von British Petroleum (BP) geplant. Bei einer öffentlichen Anhörung in der georgischen Hauptstadt Tbilisi kamen die Argumente von Gegnern und Befürwortern des Projektes zur Sprache.

Ökologischer Fußabdruck

Bundesbürger verbrauchen doppelt soviele Ressourcen wie ihnen zustehen

Hätten alle Menschen einen Lebensstil wie der durchschnittliche Deutsche, hätte die Menschheit schon lange auf den Mond auswandern müssen. Ein Bundesbürger verbraucht mit seinem aufwändigen Lebensstil durchschnittlich 2,4-mal soviel Fläche, wie ihm eigentlich zusteht, wenn man die weltweiten Ressourcen gleichmäßig auf alle Erdenbürger verteilen würde. Fazit: Unser „Ökologischer Fußabdruck“ ist zu groß. Daher ruft der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) im Rahmen seines europäischen Jugendmagazins alle Schüler und Jugendlichen auf, ihren ökologischen Fußabdruck zu messen.

Hersteller unterliegt vor Gericht

"Öko-Test" darf über belastete Shrimps berichten

Die Zeitschrift "Öko-Test" darf über mit Antibiotikum belastete Shrimps berichten. Wie das Oberlandesgericht in Karlsruhe am Freitag mitteilte, ist die Klage eines Lebensmittelherstellers gescheitert, welche der Testzeitschrift untersagen wollte, über Antibiotikarückstände in Shrimps und Garnelenschwänzen zu berichten. Das Gericht machte deutlich, dass zwischen den wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens und der Meinungs- und Pressefreiheit abgewogen werden musste. Da die Untersuchungen bei Warentests im Allgemeinen "neutral, sachkundig und im Bemühen um objektive Richtigkeit vorgenommen werde", dürfe der Tester selbst bestimmen, wie er die gewonnen Ergebnisse darstellt.

Künast gibt Start frei

Infos über Öko-Landbau in 200 Musterbetrieben

Die deutschen Bauern können sich ab sofort in bundesweit 200 Musterbetrieben über den Öko-Landbau informieren. Für ein entsprechendes Projekt gab Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) am Dienstag auf dem Gut Ostler in Bonn den Start frei. Die Musterbetriebe bieten auch den Verarbeitern von ökologischen Lebensmitteln, den Händlern und dem Verkaufspersonal sowie anderen interessierten Gruppen wie Schulklassen oder Kindergärten gute Einblicke in die ökologische Landwirtschaft.

Donauausbau

BUND fordert ökologische Lösung statt Staustufen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert bei der heutigen Anhörung vor dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages den Stopp der geplanten Donaukanalisierung - eines der größten Prestigevorhaben des bayerischen Ministerpräsidenten und CDU/CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber. Die von der Kanalbaulobby und dem Energiekonzern EON mit Unterstützung von Stoiber favorisierte Staustufen-Kanalisierung im letzten frei fließenden Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen würde die "Arche Noah Bayerns" endgültig und unumkehrbar zerstören. Der BUND verlangt stattdessen einen umweltverträglichen und kostengünstigeren Ausbau der Donau.