Für Ärzte ist Hilfe im Kongo zur Zeit zu gefährlich

Bewaffneter Konflikt

Nach Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" haben Kämpfe in der Region Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo tausende Menschen in die Flucht getrieben. Dies würde die eigene Arbeit beeinträchtigen. Ein Team der Organisation habe die medizinische Hilfe für Vertriebene aus Sicherheitsgründen einstellen und die Stadt Kayna verlassen müssen. Mitarbeiter der Organisation seien mehrfach gezwungen worden, ihre Fahrzeuge den kämpfenden Truppen zu überlassen, was die Sicherheit der Helfer massiv gefährde. Es sei dringend nötig, dass die humanitäre Hilfe aus dem Konflikt herausgehalten werde, damit sie sich möglichst rasch wieder um Vertriebene und Verletzte kümmern könne.

"Ärzte ohne Grenzen" arbeitet nach eigenen Angaben seit Januar 2004 in der Stadt Kayna und unterstützt die Menschen dort mit medizinischer Hilfe und einem Ernährungsprogramm. Zusätzlich leisteten die Mitarbeiter dort seit vergangenem Sonntag Nothilfe für Vertriebene, die vor Kämpfen aus dem rund 17 Kilometer entfernten Ort Kanyabayonga geflohen waren. Fast die gesamte, 35.000 Menschen zählende Bevölkerung sei in die Flucht getrieben.

Vor dem Rückzug am Mittwoch seien die Mitarbeiter der Organisation mehrfach gezwungen worden, ihre Fahrzeuge kämpfenden Truppen zu überlassen. Die Nutzung der Fahrzeuge der humanitären Organisation durch Kämpfer gefährde allerdings die Unabhängigkeit und Neutralität von "Ärzte ohne Grenzen". Das Vorgehen der Truppen bedrohe massiv die Sicherheit der Helfer und erschwere die Weiterführung der Programme.

Man wolle die Hilfe für die Vertriebenen und Verletzten möglichst schnell und ohne weitere Behinderung wieder aufnehmen, heißt es. Dazu sei es notwendig, dass die verschiedenen bewaffneten Gruppen die Neutralität humanitärer Hilfe respektieren. Die Menschen brauchten medizinische Hilfe, lebenswichtige Güter und Unterkünfte.