Vögel: Pirol zurück nach Afrika

Sommer ist für auffälligen Auenvogel vorbei

Rückflug des Pirol nach Afrika Warmen Sommertagen und reichhaltigem Nahrungsangebot zum Trotz: Für den Pirol, einem Charaktervogel der Rheinauen zwischen Mainz und Bingen, ist der Sommer vorbei. „Im August treten diese etwa amselgroßen Vögel langsam ihren Flug Richtung Süden an“, erläutert Michael Markowski, Leiter des Auenservice am NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern hat der Diplom-Biologe die Vogelwelt der Rheinauen im Blick. Im Winter werden rastende Wasservögel gezählt und im zeitigen Frühjahr die Reviere von Mittel- und Kleinspecht untersucht. Außerdem werden die Horste von Schwarzmilan und Weißstorch betreut.

„Dieses Jahr war ein ungewöhnliches Jahr für die Vögel in Rheinhessen “, so Biologe Markowski. Die hohen Temperaturen im Frühjahr und die schnelle Vegetationsentwicklung haben zu einer zeitigen Brut bei vielen Vogelarten geführt. Trockenheit brachte für einige Arten einen extremen Nahrungsmangel mit sich. Während der sensiblen Aufzuchtphase der Weißstorchjungen gab es Futtermangel bei Familie Adebar. Regenwürmer, die in dieser Zeit als Hauptnahrung dienen, sind vor der Trockenheit in tiefe Bodenschichten geflüchtet.

Für den Pirol, der im französischen Loriot genannt wird, ist der Sommer in Deutschland alljährlich Ende August zu Ende. Mit der Rückkehr aus seinem afrikanischen Winterquartier rechnen die Naturschützer nächstes Jahr um Pfingsten.

Mehr Informationen über die Vogelwelt der Rheinauen zwischen Mainz und Bingen gibt der Auenservice mit einer Broschüre. Diese kann zusammen mit einem Poster gegen Einsendung von 1,45 € in Briefmarken beim NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen, An den Rheinwiesen 5, 55411 Bingen bezogen werden.

Foto: Pirol, H. Pollin, NABU