"Shelter Now"-Mitarbeiter bekommen möglicherweise Anwalt

Afghanistan-Festnahme

Die in Afghanistan inhaftierten acht westlichen Mitglieder der Hilfsorganisation "Shelter Now" werden voraussichtlich einen Anwalt bekommen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Freitag auf Anfrage, das Taliban-Außenministerium habe Anwälte und ein Verfahren unter Beobachtung der Konsularbeamten zugesagt. Zum möglichen Strafmaß gebe es aber bisher nur widersprüchliche Angaben, sagte der Außenamtssprecher. Die Angeklagten würden jedoch nach den Regeln der islamischen Scharia gerichtet. Der Inhalt der am Dienstag vom Obersten Gericht der Taliban vorgelegten Anklageschrift sei dem Außenministerium noch immer nicht bekannt.

Die Gefangenen befänden sich nach aktuellen Informationen des Außenamtes bei guter Gesundheit in Hausarrest und würden gut behandelt. Deutsche Konsularbeamte hätten sich "mittelbar" davon überzeugen, die Inhaftierten mit Lebensmittel versorgen und Briefe übergeben können.

Vier Deutsche, zwei Australier, zwei US-Amerikanerinnen sowie mehrere afghanische Staatsbürger waren Anfang August festgenommen worden. Ihnen wird christliche Missionstätigkeit vorgeworfen. Vor Beginn des Prozesses am Dienstag waren die Inhaftierten an einen neuen, unbekannten Haftort verlegt worden. Briefen vom Wochenende zufolge gehe es den inhaftierten Deutschen gut, sagte der Außenamtssprecher.