Japan will Kyoto-Protokoll wohl doch ratifizieren

Klima

Japanischen Berichten zufolge hat sich die Tokioter Regierung zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls umlenken lassen. Die Zustimmung zu einem internationalen Vorgehen gegen den Klimawandel wurde offiziell allerdings noch nicht bestätigt. Ein Einlenken Japans würde Isolation für die Vereinigten Staaten bedeuten. Die USA lehnen das Kyoto-Protokoll grundsätzlich ab.

Damit das Protokoll ratifiziert und in Kraft treten kann, muss das Abkommen von 55 Ländern oder Staaten, die für 55 Prozent der Treibhausgas-Emissionen von 1990 verantwortlich sind, angenommen werden. 55 Prozent können aber nur dann erreicht werden, wenn Japan, Russland, die EU und weitere Staaten Osteuropas ihre Kräfte bündeln. Die Europäische Union ist für rund 25 Prozent, Russland für rund 17 Prozent und Japan für etwa neun Prozent der Emissionen verantwortlich. Eine Teilnahme Japans mit der weltweit zweitstärksten Wirtschaft und Rußlands ist somit zwingend erforderlich. Neben Japan warfen Umweltschutzorganisationen auch Kanada, Australien und Russland vor, bereits getroffene grundsätzliche Beschlüsse des Bonner Gipfels zu missachten und aufzuweichen. Japan geriet zunehmend unter Druck der EU.

Wie aus Kreisen der japanischen Regierung bekannt wurde, bemüht sich die japanische Umweltministerin Yoriko Kawaguchi weiterhin, die USA vom Klimaabkommen zu überzeugen. Kawaguchi erklärte, Japan bereite sich für die Ratifizierung vor, unabhängig von den Reaktionen der USA.