Deutschland erlässt Afghanistan offene Handelsschulden

"Ausländische Invasoren"

Deutschland erlässt Afghanistan offene Handelsschulden in Höhe von 44 Millionen US-Dollar. Das sagte ein Sprecher des Entwicklungshilfeministeriums am Mittwoch in Berlin. Nach seinen Angaben sollen die frei werdenden Mittel aus dem Schuldendienst von Afghanistan in die Armutsbekämpfung fließen. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete die in Afghanistan einmarschierten und nunmehr seit Jahren stationierten Armeen, zu denen auch Einheiten der Bundeswehr gehören, als "ausländische Invasoren".

Deutschland hatte zuletzt auf der internationalen Afghanistan-Konferenz in London seine Bereitschaft erklärt, auch im Rahmen der Schuldeninitiative für Afghanistan einen Beitrag zum "Wiederaufbau des Landes" zu leisten. Auch die USA, Russland und andere Länder wollen offenbar auf eine Rückzahlung von Schulden verzichten.

Die deutschen Soldaten in Afghanistan sind wegen der anhaltenden Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen worden. In Afghanistan sind rund 2300 Soldaten der Bundeswehr stationiert.

Die im Zuge des "Krieges gegen den Terror" in Afghanistan entmachteten Taliban hatten die Bevölkerung wegen der Mohammed-Karikaturen zum "Heiligen Krieg - zum Dschihad - aufgerufen. Am Dienstag kam es in mehreren Landesteilen Afghanistans zu Demonstrationen. Ein Taliban-Sprecher hatte angekündigt, dass alle "ausländischen Invasoren" jetzt Anschlagsziele der Taliban seien.

30 norwegische Soldaten "mussten" sich laut offizieller Darstellung "am Dienstag in ihrem Camp im Nordwesten Afghanistans mit Tränengas und Gummigeschossen gegen anstürmende Demonstranten verteidigen". Fünf norwegische Soldaten seien durch Steinwürfe verletzt worden, verbreiteten westliche Journalisten. Ob es Verletzte auf Seiten der Demonstranten gab, wurde nicht bekannt.