Zaunkönig ist "Vogel des Jahres 2004"

Naturnahe Lebensräume

Der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz, NABU-Partner in Bayern, haben am Freitag den Zaunkönig als "Vogel des Jahres 2004" vorgestellt. "Der Zaunkönig, einer der kleinsten heimischen Vögel, wirbt als populärer Sympathieträger stellvertretend für viele andere Tiere des Siedlungsraumes für naturnahe Gärten, Parks und Grünflächen", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz in Berlin.

Zwar sei der Zaunkönig derzeit nicht in seinem Bestand gefährdet, doch stehe der muntere Vogel für ein ganzes Gefolge von Tieren und Pflanzen, die auf eine intakte natürliche Umgebung angewiesen seien. Nach Haussperling und Mauersegler sei im Zusammenhang mit der NABU-Kampagne "Nachbar Natur" zum dritten Mal in Reihe gezielt ein typischer Vogel des menschlichen Siedlungsraumes gewählt worden.

Mit der Wahl des Zaunkönigs zum Vogel des Jahres 2004 verbinde der NABU den Aufruf zur Entwicklung strukturreicher Grünflächen mit dichtem Unterholz sowie den Appell zum Erhalt naturnaher Bachauen. "Wer den Zaunkönig schützen will, sollte sich für mehr Wildnis und Natur in unseren Gärten und Parks einsetzen", so Opitz. Natur einfach mal Natur sein lassen sei in diesem Zusammenhang eine wahrhaft königliche Geste. Sterile Innenstädte böten dem Zaunkönig genauso wenig Platz wie strukturarme Wirtschaftswälder ohne Unterholz.

Der Zaunkönig gelte laut NABU als vorwitzig und werde, wenn er sich aus seinem Unterholz einmal hervorwagt und lautstark "zu Wort" meldet, häufig als Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt begriffen. "Trotz seines eher unscheinbaren Gefieders ist der kleine Vogel mit der lauten Stimme bei Groß und Klein sehr beliebt", so Opitz. Der Zaunkönig ist ein "Vogel von Welt", der sein Brutgebiet von Nordamerika über die Behringstraße westwärts auf weite Teile Asiens, Europas und Nordafrika ausgedehnt hat.

In Mitteleuropa ist der Vogel das ganze Jahr über anzutreffen und zieht sich als Insektenfresser im Winter nur aus den höheren Gebirgslagen in mildere Gefilde zurück. "Auch wenn der Zaunkönig noch nicht zu den in Deutschland gefährdeten Arten zählt, so leistet der Einsatz für ein Reich nach seinem Geschmack mit heimischen Gewächsen, unordentlichen Ecken und natürlichen Strukturen einen großen Beitrag für die Natur", so Opitz.