Gedanken zum Tag

<<Wunderliche Welten>>

Die Welt ist nicht so kompliziert wie wir uns gerne weismachen wollen, denn die einfachsten Lösungen sind immer die richtigen. Wenn ich bei einer Mathematikaufgabe ein vollkommen verschwurbeltes Ergebnis zustande bringe, ist dieses Ergebnis mit Sicherheit falsch- übrigens eine leidvolle Erfahrung aus zahllosen verhauenen Mathearbeiten. Wenn ich unbedingt ein AKW bauen möchte, reicht ein kurzer Blick auf die Plattentektonik der Erdkruste und ich erkenne, wohin ich es lieber nicht stellen sollte. Außerdem sollte man der Natur nicht vorschreiben, bis zu welcher Stärke sie Erdbeben produzieren darf. Tsunamis-ein japanisches Wort (!)- halten sich höchst selten an die von uns festgesetzte Höhe. Da es, mangels Nachfrage, keine leinenbespannten Großflugzeuge gibt, sollte ich nach Möglichkeit auch den offiziellen und den inoffiziellen Flugverkehr mit einkalkulieren.

Was Physik betrifft, bin ich ein absoluter Volltrottel. In Bezug auf die Kernschmelze bin ich ein überinformierter Laie, da mir die Medien dieses Phänomen bis zum Erbrechen erklärt haben. Nachdem sie über Tage, rund um die Uhr, dieses Ereignis befürchtet haben, bin ich doch reichlich erstaunt, dass es sie, nach dessen Eintritt, nicht mehr zu interessieren scheint.

Wo war ich überhaupt stehen geblieben?

Ach ja, bei Volltrotteln im Fach Physik! Wenn man sich in nicht zu kontrollierende physikalische Bereiche begibt, ist das in etwa so, als würde man ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springen, in der Hoffnung, es würden unterwegs noch Flügel wachsen.

Die Steigerung von GAU zu Super-GAU lässt nach oben hin noch ungeahnte Wortschöpfungen zu. Hier einige Vorschläge: Top-Super-Gau, Extremer-Top-Super-Gau, Hyperextremer-Top-Super-Gau, Exorbitant-Hyperextremer-Top-Super Gau. Wahlweise kann man dann auch eine römisch bezifferte Skala hinzufügen. Eine Gradeinteilung wäre natürlich auch möglich.

Warten wir es einfach ab!

Elke Beiderwellen