Vogelschützer zerstören 8390 Vogelfallen und Fangnetze in Norditalien

Erfolgreicher Einsatz gegen Wilderei

Mehr als 60 freiwillige Vogelschützer aus Deutschland und Italien haben in den vergangenen vier Wochen in den Alpen um den Gardasee rund 8300 Bogenfallen und 110 Netze für den illegalen Vogelfang abgebaut und den Behörden übergeben. Die Fanggeräte wurden im Rahmen von systematischen Suchaktionen des Komitees gegen den Vogelmord und italienischer Verbände entdeckt und unschädlich gemacht. In den Fallen befanden sich etwa 380 getötete Singvögel, etwa 260 Tiere konnten unversehrt befreit werden. Über die Aktionen berichtet heute abend die Fernsehsendung "Zeitspiegel" um 21.20 Uhr im Bayerischen Rundfunk.

Zusätzlich gelang es einer Sondereinheit der italienischen Forstpolizei nach Komitee-Hinweisen, 18 Wilderer in flagranti zu erwischen und anzuzeigen. "Als die Wilderer morgens zu ihren Fallen schlichen, um ihre Beute abzusammeln, saßen die Polizisten schon dahinter in den Büschen", freut sich Alexander Heyd vom Komitee gegen den Vogelmord über den erfolgreichen Einsatz. Ein Sprecher der Forstpolizei bezeichnete die Zusammenarbeit mit den deutschen Vogelschützern gegenüber Journalisten als "optimal und erfolgreich".

Insgesamt ermittelt die 30 köpfige Sondereinheit Wilderei (Nucleo Operativo Antibracconaggio) nun gegen mehr als 38 illegale Fallensteller, Netzfänger und Jäger. Im Rahmen von Kontrollen und Hausdurchsuchungen bei Wilderern und Jägern beschlagnahmten Forstpolizisten und Jagdaufseher bisher insgesamt 25 nicht zugelassene Schrotflinten sowie mehr als 350 gefrorene, z.T. gerupfte Singvögel. Die Tiere waren für den Verkauf an Feinschmecker und Restaurants bestimmt. Nach Angaben des Komitees werden allein in der Lombardei pro Jahr mehr als eine halbe Million Singvögel illegal für den Kochtopf gefangen.